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Mein eigenes Backup !

Für alle von Euch, die weder mein GO bestellen möchten noch genügend Kenntisse aufbringen, um ein vernünftiges Windows-Backup zu erstellen, habe ich diese ausführliche Anleitung geschrieben. Sie beschränkt sich auf das Wesentlichste und ist auch und gerade für den Anfänger gedacht, der mit DOS noch nicht so vertraut ist.

 Wie allgemein bekannt sein dürfte, schreitet der Degenerationsprozeß des Windows-Betriebssystemes um so schneller voran, je mehr Programme (de-)installiert und Beilagen-CD's ausprobiert werden. Wie schön wäre es doch, ein Backup zu besitzen, mit dem man nach 3 bis 10 Minuten seinen alten Windows-Zustand wiederherstellen könnte. Das bedeutet aber auch, daß es mit Teilsicherungen (Registry und pipapo, wie von vielen PC-Zeitschriften als das Non-Plus-Ultra bejubelt wird) eben nicht getan ist. Was wir brauchen, ist also ein vollständiges Backup, welches die komplette Partition C sichert inklusive der unter Windows verwendeteten langen Dateinamen. Auch sie müssen mitgesichert werden, was nun mal das größte Problem unter DOS darstellt. Die Backup-Tools, die Win95/98 beigelegt sind, sind für ein solches Backup absolut untauglich und reine Augenwischerei.

 Wir wollen hier lediglich die Festplatten-Sicherungen behandeln, obwohl es natürlich auch möglich ist, das Backup extern direkt auszulagern, z.B. auf Zip-Disketten. Aber das würde an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen. Deshalb brauchen wir unbedingt eine zweite Festplatte-Partition, auf der die Sicherung aufgespielt werden kann. Ist dieses erst einmal geschehen, können wir das erstellte Backup dann immer noch nachträglich auf ein externes Speichermedium kopieren. Da wir am besten unter DOS die Sicherung vornehmen und auf jeden Fall nur unter DOS "wiederbeleben" können, kommen wir also auch nur mit DOS-Tools weiter.

 Was benötigen wir also ? Einen DOS-Packer. Die mit Abstand erste Wahl fällt auf den Arj-Packer von Robert Jung. Es muß aber die Version 2.60 oder höher sein. Soweit ich weiß, ist er der einzige DOS-Packer, der den oberen Speicherbereich anspricht und damit bis 65000 Dateien sichern kann. Alle übrigen DOS-Packer versagen selbst bei optimierten konventionellen Speicher, sobald die Sicherung mehr als 7000-9000 Dateien enthält. Und wir brauchen noch Doslfnbk von D. Murdoch, ein Programm, daß unter DOS die langen Dateinamen in einer Datei sichert. Es ist insofern ebenso einzigartig, da es meines Wissens das einzige Programm ist, das unter DOS (!) diese wichtige Aufgabe erfüllt. Open-Dos von Caldera soll es auch noch können, habe ich irgendwo gelesen, aber ich bin mir nicht sicher. Kauft deswegen ja nicht den neuen Norton Commander, der für teures Geld behauptet (groß auf der Verpackung deklariert), jetzt unter DOS die langen Dateinamen zu sichern. Das können viele andere Programme auch, aber nur im DOS-Fenster unter Windows. Das ist der berühmte Pferdefuß ...

 Wir gehen am besten so vor: Zuerst erstellen wir ein Verzeichnis "backup" auf eine zweite Festplattenpartition ausreichender Größe z.B. auf D, auf der das Backup aufgespielt später wird. In dieses Verzeichnis gehören die Dateien ARJ.EXE und DOSLFNBK.EXE. Außerdem kopieren wir aus c:\windows bzw. c:\windows\command noch FDISK.EXE, FORMAT.COM, und ATTRIB.exe in dieses Verzeichnis und erstellen zwei Batch-Dateien BACKUP.BAT (zum Sichern der gesamten Partition C) und RESTORE.BAT (zum Zurückspielen des Backups) mit einem gewöhnlichen Texteditor.

 In der Datei backup.bat schreiben wir folgende Zeilen:

echo off
attrib -r -s -h b.a*
attrib -r -s -h backup.lfn
del b.a*
del backup.lfn
doslfnbk.exe c:\
arj a -r -jf -a1 b.a00 -$C c:\*.* -hm -hf

 Es lassen sich mit dem arj-Aufruf auch noch mehrere Schalter einbauen, wie z.B. -y (keine Abfrage), -i6 (Art der Anzeige), -v97000k (legt mehrere Sicherunsdateien mit 97 MB Zipdisketten-Größe an) und für b.a00 kann man auch z.B. backup.a00 nehmen. Der Schalter a veranlaßt Arj zum Packen, -jf und -r sind für die Verzeichnisstruktur und für die Unterverzeichnisse zuständig, -a1 berücksichtigt versteckte (System-)Dateien, b.a00, b.a01, .. sind die einzelnen Sicherungs-Dateien, -$C sichert die Datenträgerbezeichnung von C (das $-Zeichen bekommt man mit der Shifttaste und Taste 4), -hm ermöglicht das Packen von bis zu 65000 Dateien (Erweiterungs-Speicher), -hf schaltet den lfn-Support ab, der normalerweise im DOS-Fenster, aber nicht unter reinem DOS aktiv wird. Für ein Backup im DOS-Fenster unter Windows muß die arj-Zeile unbedingt mit -hf aufgerufen werden, ansonsten ist die Sicherung im Notfall (unter Real-DOS) vollkommen wertlos. Der Attrib-Aufruf wird sicherheitshalber eingebaut, damit der del-Befehl in den folgenden Zeilen auch ja ausgeführt werden kann: Vor einem Backup sollte nämlich die alte Sicherung tunlichst gelöscht werden, da Arj sonst ein Update auf eine bestehende Sicherung vornimmt, eine sehr üble Sache also. Der Aufruf von Doslfnbk legt eine Datei namens backup.lfn an, in der die langen Dateinamen der gesamten Partition C gespeichert werden.

 In der Datei restore.bat schreiben wir folgende Zeilen:

echo off
if not "%windir%"=="" goto windows
goto go
:windows
echo Kein Restore unter Windows !
goto ende
:go
if not exist b.a00 goto stop
if not exist arj.exe goto stop
if not exist format.com goto stop
if not exist doslfnbk.exe goto stop
if not exist backup.lfn goto stop
goto restore
:stop
echo Ein Restore nicht möglich. Wichtige
echo Dateien fehlen/kein Backup erstellt
goto ende
:restore
echo j | format c: /q /b /v:"" > nul
arj x -v -jf -i6 -y b.a00 -$C -hm -hf
doslfnbk.exe c:\ /r
fdisk /mbr
:ende

Achtung: Bei Windows ME ist der Schalter /b des format-Befehls ungültig und muß weggelassen werden.

 Der IF-Befehl ist als reine Sicherheitsmaßnahme gedacht, denn was nützt eine quickformatierte Partition, wenn das Backup nicht zurückgespielt werden kann, weil zuvor keines angelegt worden ist ! Der erste IF-Befehl verhindert gar ein Restore unter Windows. Der relativ trickreiche Zeilenaufruf mit dem Format-Befehl quickformatiert die Festplatte ohne weitere Abfragen innerhalb weniger Sekunden. Den senkrechten Strich | erhält man durch Gedrückthalten der ALTGR-Taste rechts neben der Leertaste und Drücken der <>-Taste links neben der y-Taste. Die beiden Gänsefüßchen neben dem v unterdrücken die Abfrage nach der Datenträgerbezeichnung, die durch den Schalter -$C bereits mit dem Backup gesichert worden ist.

 Ist zuvor eine multiple Sicherung mit beispielsweise -v97000k erstellt worden, so muß beim Restore (arj x) der Schalter -v mit eingefügt werden. Das Zurückspielen der langen Dateinamen geschieht nach dem Entpacken durch den Schalter /r. Zu beachten ist das Leerzeichen zwischen den beiden entgegengesetzten Schrägstrichen. Ganz zuletzt wird mit fdisk.exe der MBR neu geschrieben.

 Bitte auch darauf achten, auf der zu sichernden Partition genügend Platz für das Backup freizuhalten. Im Schnitt erreicht Arj eine Packrate von etwa 45-50 Prozent. Also: Ist Partition C z.B. mit 300 MB belegt, so wird die Sicherung etwa bei 150 MB liegen. Das Backup läßt sich sowohl unter reinem DOS also auch unter Windows im DOS-Fenster erstellen. Ein Wiederherstellen des Backups dagegen kann nur unter reinem DOS erfolgen. Für DOS-Neulinge: Beendet Windows und startet in die DOS-Ebene. Liegt das Backup z.B. auf Partition D im Verzeichnis "Backup", so sind folgende Eingaben erforderlich, um unter DOS das Backup zurückzuspielen:

d:
cd backup
restore

 Wie bereits erwähnt, zielt die Beschreibung lediglich auf Festplatten-Sicherungen hin. Möchten wir hingegen direkt auf Zip-Disketten sichern bzw. von Zip direkt ein Restore durchführen, gilt es jede Menge zu beachten, was hier zuweit führen würde. Wer darauf aber unbedingt angewiesen ist, weil er nur eine Festplatten-Partition eingerichtet hat, ist am besten mit GO bedient.

 Wenn das Backup später auf CD gebrannt werden soll, wird es zusammen mit den erforderlichen Tools in einem gemeinsamen Verzeichnis untergebracht. Aus verständlichen Gründen läßt sich von CD die Datei backup.bat nicht mehr ausführen. Wichtig: Erstellt eine Bootdiskette, die unter DOS das CD-Laufwerk ansprechen kann, sonst ist kein Restore von CD möglich. Nach Möglichkeit sollte auch mit himem.sys gebootet werden, damit der Arj-Schalter -hm ggf. auch funktionieren kann. Die auf der Bootdiskette zu erstellende Konfigurations-Datei "config.sys" sollte also folgende Zeilen beinhalten:

device=c:\windows\himem.sys
device c:\windows\emm386.exe noems
dos=high,umb

 Wird zudem in der Datei "autoexec.bat" (Bootdiskette) Smartdrive eingebunden mit

lh c:\windows\smartdrv.exe

so wird dadurch der (Ent-)Packvorgang erheblich beschleunigt. Was ist noch zu beachten ? Neben der aktuellen Version 2.60 des Arj-Packers benötigen wir auch eine neuere Version von Doslfnbk (ab 2.2). Die älteren Versionen dürfen NUR mit FAT16-partitionierten Festplatten verwendet werden. Zudem muß vor dem Aufruf von Doslfnbk der LOCK-Befehl (Steuerung des Datenträgerzugriffes) mit lock c: ausgeführt werden ! Die neueren Doslfnbk-Versionen haben diesen bereits "implementiert" und kommen auch mit FAT32-partitionierten Festplatten (ab W95-B+C/W98) zurecht.

 Ergänzen können wir die Batch-Steuerung mit Scandisk.exe aus c:\windows\command, das ebenfalls in das Backup-Verzeichnis kopiert wird und mit dem Zeilen-Aufruf

if "%windir%"=="" scandisk c: /autofix /nosummary

ausgeführt wird. So läßt sich auch der DOS-Virenscanner F-Prot prima in backup.bat (ganz am Anfang) einbinden. Wir benötigen lediglich folgende vier Dateien: f-prot.exe, english.tx0, sign.def und macro.def. Der Zeilenaufruf könnte dann folgendermaßen aussehen (Leerzeichen zwischen den Schrägstrichen):

f-prot c:\ /archive /beep /disinf /delete
 

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